Zielgruppe SGB XII

(ambulant betreutes Wohnen/ Eingliederungshilfe) nach §53 §54

SGB XII – Ambulant betreutes Wohnen – Dies können Frauen und Männer ab 18 Jahren in Anspruch nehmen, die von einer chronischen psychischen Erkrankung betroffen sind. ( Teilhabe am Leben)

Im Vergleich zum sogenannten „einzelbetreuten Wohnen“ in einem Wohnheim oder in speziellen Wohngruppen ist der Verbleib im eigenen häuslichen Umfeld primäres Z Dadurch soll ein selbstbestimmtes Leben innerhalb der Gesellschaft und möglichst eine Unabhängigkeit von der Betreuung erreicht bzw. erhalten werden.

Dies kann erreicht werden durch Unterstützung in folgenden Bereichen:

Lebenspraktische Aufgaben und Lebensbewältigung

  • Hilfestellung im Umgang mit Behörden (z. B. Hilfe und Unterstützung bei der Antragstellung von Sozialhilfeleistungen, Begleitung zu Terminen und gemeinsame Gespräche vor Ort)
  • Hilfestellung und Begleitung zu den behandelnden Ärzten
  • Beratung im Umgang mit Finanzen, Existenzgrundlage, Hilfestellung bei der Einteilung der finanziellen Mittel
  • Hilfestellung, Motivation und Einleitung zur Haushaltsführung und Versorgung der eigenen Person (z. B. Ernährung, Einkauf, Wohnungspflege, Körperhygiene, Wäsche)
  • Unterstützung bei der Suche nach Wohnraum

Krisen- und Konfliktbewältigung

  • innerhalb der Zusammenlebensform (z. B. Gespräche und Beratung bei der Einhaltung der Hausordnung, Konflikte der MitbewohnerInnen untereinander)
  • beim Betreuten Einzelwohnen (z. B. Gespräche mit Vermietern und Hausbewohnern bei Auftreten von Schwierigkeiten)
  • in Beziehung zu FreundInnen, Angehörigen, Nachbarn und KollegInnen
  • in Trennungs- und Verlustsituationen
  • allgemeine Lebenskrisen

Lebensinhalt und Lebensgestaltung

  • Umgang mit und Akzeptanz der eigenen Erkrankung
  • Entwicklung von Beziehungs- und Kontaktfähigkeit
  • Vermittlung von Kontaktmöglichkeiten im Sozialraum oder zu Vereinen
  • Entwicklung und Begleitung von selbstgewählten Lebensperspektiven 

Tagesstrukturierung

  • Aufbau einer sinnvollen Tagesstruktur und Vermittlung in entsprechende Einrichtungen (z.B. Kontaktstellen, Tagesstätten, Selbsthilfegruppen etc.)
  • Suche nach Möglichkeiten der Freizeitgestaltung
  • Motivationsgespräche, Organisation und Planung von Eingliederungsmaßnahmen (z. B. berufliche Rehabilitation, Beschäftigungsmaßnahmen, Werkstätten etc.)

Finanzierung

Die Maßnahme des ambulant betreuten Wohnens wird nach Antragstellung durch den Leistungsanbieter vom Sozialamt der zuständigen Stadt, bzw. des zuständigem Landkreises übernommen, sofern die Teilnehmer ein gewisses

Einkommen und Vermögen nicht überschreiten.

Aufgrund des Gleichheitsgrundsatzes zur Wiedereingliederung ist das private Vermögen bis zu einer Höhe von 2.600 Euro nicht zu berücksichtigen, d. h. den Teilnehmern entstehen für die Betreuung keine Kosten, es sei denn ihr Einkommen übersteigt einen vom Gesetzgeber festgelegten Betrag.